Palliativpflege aktuell

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Archiv für April 2009

ORF RUNDFUNKBEITRAG VON PROF. HUSEBÖ

Verfasst von palliativpflege am 11. April 2009

Der internationale Experte für Palliativmedizin, Prof. Dr. Stein Husebö aus Bergen in Norwegen, spricht in dieser Sendung vom 10. Februar 2007 über die dringende Notwendigkeit, sich wissenschaftlich, medizinisch, pflegerisch und menschlich mehr um alte, kranke Menschen zu kümmern. Den Beitrag finden Sie hier.

Hier können Sie kostenlos die Broschüre „Die letzten Tage und Stunden“, Palliative Care für Schwerkranke und Sterbende von Dr. med. Bettina Sandgathe Husebø und Dr. med. Stein Husebø über die Internetseite des Hospiz Horn e. V. downloaden.

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Frohe Ostern !

Verfasst von palliativpflege am 9. April 2009

Wünsche ich allen regelmäßigen und gelegentlichen Leserinnen und Lesern

von Palliativpflege & Hospizarbeit aktuell !

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Die Zeit ist eine Vase, Es kommt darauf an, ob man Disteln oder Rosen hineinstellt.
Rudolf Rolfs 1920 – 2004

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DOKUMENTARFILM ÜBER ELISABETH KÜBLER-ROSS

Verfasst von palliativpflege am 9. April 2009

Schweiz 2002 – Regie: Stefan Haupt

Elisabeth Kübler-Ross hat sich ihr Leben lang mit dem Sterben beschäftigt und damit Weltruhm erlangt. Ihr Engagement als Ärztin, Wissenschaftlerin und Autorin hat nach eigenem Bekunden „das Sterben aus der Toilette geholt“ und Sterbebegleitung überhaupt erst zum Thema gemacht.

Der Kampf gegen die Tabuisierung des Todes in der westlichen Welt verbindet sich mit der Reibung an Autoritäten. Nicht zuletzt in der Konfrontation mit dem engen Weltbild der Schulmedizin und beeindruckt von Nah-Tod-Erfahrungen dringt Elisabeth Kübler–Ross in neue Grenzbereiche vor.

1926 in Zürich geboren, studierte sie gegen den Willen ihrer Eltern Medizin und kämpfte in den USA um Anerkennung als Psychiaterin. 1969 erlangte sie durch ihre Arbeit mit Sterbenden in Chicago und durch ihr Buch „On Death and Dying“ („Interviews mit Sterbenden“) internationalen Ruhm. Es folgten unzählige Workshop- und Vortragsreisen durch die ganze Welt und der Aufbau eines eigenen Zentrums in Virginia. 1994 wurde das Wohnhaus ihres Zentrums durch Brandstiftung zerstört – Anwohner fürchteten, sich mit Aids zu infizieren. In der filmischen Dokumentation des Lebens von Elisabeth Kübler-Ross mit dem Titel Dem Tod ins Gesicht sehen von 2002 sagte sie: „Heute bin ich sicher, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Und dass der Tod, unser körperlicher Tod, einfach der Tod des Kokons ist. Bewusstsein und Seele leben auf einer anderen Ebene weiter. Ohne jeden Zweifel.“ Elisabeth Kübler-Ross starb am 24. August 2004 in Scottsdale, Arizona.

Im Zentrum des Films stehen die Gespräche mit Elisabeth Kübler-Ross in Arizona. Zu sehen ist eine psychisch vitale Frau, geistig glasklar, voller Humor und immer noch unbequem. Sie blickt auf ihr Leben zurück, erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Arbeit mit Sterbenden und Aids-Kindern und davon, wie sie mit ihrem eigenen Altern und Sterben umzugehen versucht.

Statements ihrer beiden Drillingsschwestern, Interviews mit Freunden und Mitarbeitern sowie reichhaltiges Archivmaterial runden dieses angenehm unprätentiöse und differenzierte filmische Portrait ab.
Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen

Die fünf Phasen des Sterbens

Kübler-Ross definierte die heute anerkannten fünf Phasen des Sterbens in ihrem Buch Über den Tod und das Leben danach (On Death And Dying 1969). Sie bezog diese Phasen ursprünglich auf jede Art von persönlichem Verlust (z.B. Arbeitsplatz oder auch Freiheit). Genauer sind es nicht Phasen des körperlichen Vorgangs Sterben, sondern der geistigen Verarbeitung des Zwangs zum Abschied vom Leben bei Menschen, die bewusst erleben, dass sie massive gesundheitliche Verschlechterungen durchmachen bzw. eine infauste Prognose mitgeteilt bekommen. Ebenso sind diese Phasen mitunter bei deren Angehörigen zu beobachten. Es handelt sich um unbewusste Strategien zur Bewältigung extrem schwieriger Situationen, welche nebeneinander vorhanden sein und verschieden lang andauern können. Es gibt auch keine festgelegte Reihenfolge und keinen Ausschluss der Wiederholung einzelner Phasen nach deren erstmaliger Bewältigung. Es können auch einzelne Phasen ganz ausbleiben.

Nichtwahrhabenwollen und Isolierung

Die Krankheit wird zuerst vom Patienten geleugnet. Er behauptet beispielsweise, dass das Röntgenbild vertauscht worden sei oder der Arzt eine Fehldiagnose gestellt habe. Falls die Familie sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen will, kann sie dem Angehörigen in dieser Phase nicht helfen. Die Konsequenz bedeutet für die Angehörigen, dass sie den Tod des Sterbenden herbeisehnen („Stirb so schnell wie möglich“). Als Außenstehender kann man dem Patienten helfen, indem man ihm Vertrauen anbietet und den Kranken eventuell auch in seinem Nichtwahrhabenwollen unterstützt.

Zorn

Der Patient verspürt Neid auf die Weiterlebenden. Das führt zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen auf alle, die nicht an seiner Krankheit leiden, wie z. B. Schwestern, Ärzte und Angehörige. Diese können weiter ihr Geld verdienen, es in Urlauben ausgeben und ihre Pläne realisieren. Die Angst vor dem Vergessenwerden plagt den Sterbenden zudem, er empfindet sein Leiden vor dem Hintergrund der Katastrophen im Fernsehen als unwichtig. Hilfe für den Patienten kann Aufmerksamkeit sein, dem Patienten nicht aus dem Weg zu gehen und seinen Zorn notfalls auch zu provozieren, so dass es zur Aussprache kommt. Wichtig dabei bleibt, dass die Betreuenden den Zorn des Patienten nicht persönlich nehmen sollen, da der Zorn sonst Gegenzorn provoziert, was einen fehlerhaften Kreis (Spirale des Streites) nach sich zieht.

Verhandeln

Diese Phase stellt eine kurze flüchtige Phase dar, in der kindliche Verhaltensweisen zu Tage kommen, wie die eines erst zornigen, dann verhandelnden Kindes, das sich mit häuslichen Tätigkeiten eine Belohnung erhandeln will. Der Patient hofft durch „Kooperation“ auf Belohnung, etwa eine längere Lebensspanne und Freiheit von Schmerzen. Meist wird der Handel streng geheim mit Gott geschlossen, indem er sein Leben der Kirche widmet oder seinen Körper der anatomischen Lehre und Wissenschaft zur Verfügung stellt. Um dem Patienten in dieser Phase beizustehen, hilft es, seinen Schuldgefühlen beispielsweise gegenüber Gott oder seinen Mitmenschen mitunter befreiende Anerkennung einzuräumen.

Depression
Die Erstarrung, der Zorn und die Wut wird in zwei Formen von Verzweiflung und Verlust abgelöst. Die erste Form ist reaktiv. Sie bezieht sich auf einen bereits geschehenen Verlust, d. h. beispielsweise die Brust nach einer OP, das Geld für das Krankenhaus, die Verantwortung gegenüber der Familie. Durch Bekämpfung dieser Sorgen mit beispielsweise einer Brustprothese oder der erforderlichen Umstellung der Familienversorgung, kann dem Leidenden geholfen werden. Die zweite Form ist vorbereitender Natur und kümmert sich um einen drohenden Verlust wie den Tod oder die Abwesenheit im Leben der Verwandten. Auch hier kann Intervention des Umfeldes dem Patienten in seinem Leiden Linderung beschaffen, z. B. durch Berichte von den Angehörigen, dass Kinder weiter gute Noten schreiben und viel spielen, d. h. dass sie trotz Abwesenheit des Patienten das gewohnte Leben fortführen. Zuviel Besuch stört jedoch das Trauern, das dem Kranken immer erlaubt sein muss. Ohne subjektives Kennen der Angst und der Verzweiflung ist kein Erreichen der nächsten Phase in Sicht.

Akzeptanz

Nach Neid und Zorn auf alle Gesunden und Lebenden erwartet der Kranke den Tod und dehnt seinen Schlaf aus. Die Phase ist frei von Gefühlen, der Kampf ist vorbei, der Schmerz vergangen und der Patient will von den Problemen der Außenwelt in Ruhe gelassen werden. Somit ist dies die schwierigste Phase für die Personen im Umfeld des Sterbenden, da sie auch Zurückweisungen erfahren müssen. Alte Patienten erreichen diese Zustimmungsphase leichter, da sie auf ihr Leben, ihre Kinder und somit einen Sinn zurückblicken können. Schwierigkeit in diesem Prozess macht die Unterscheidung dieser Phase gegenüber frühem Aufgeben. Als Angehöriger hilft man am besten durch stummes Zuhören, indem man dadurch zeigt, dass man bis zum Tod dabei bleibt.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass alle Phasen gemeinsam sich auch mit „Hoffnung“ beschäftigen und dass es ein Fehler wäre, dem Sterbenden Hoffnung zu nehmen. Es ist Aufgabe der Angehörigen, Pflegenden und der Ärzte, die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Dazu kann man dem Sterbenden vermitteln, dass ihm jede nötige Hilfe und Erleichterung zukommt. Auf diese Weise werden die Begleiter zu Freunden. (Quelle www.wikipedia.org)

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BRIEF AN DIE BUNDESKANZLERIN ZUR PALLIATIVVERSORGUNG

Verfasst von palliativpflege am 9. April 2009

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel greift Dr. med. Matthias Thöns die Problematik in der Umsetzung der Palliativversorgung in der Bundesrepublik Deutschland auf.
In seinem Schreiben kritisiert der Bochumer Arzt vor allem die Haltung der Krankenkassen, die sich gegen die Kostenübernahme der spezialisierten Sterbebegleitung stellen. Thöns selbst bekommt als Palliativmediziner die Haltung der Krankenkassen zu spüren: er engagiert sich im Palliativnetz Bochum e.V., welches durch Spenden finanziert wird. „So stehen viele Palliativteams – die sich bislang aus Spenden finanzieren – vor dem Aus. In vielen Regionen bilden sich keine Teams, weil die Ärzte und Pflegekräfte sich nicht erlauben können, ihre Arbeit unentgeltlich zu leisten. Die ambulante Palliativversorgung in Deutschland zählt heute, zwei Jahre nach Einführung des besten Gesetzes zur würdigen Sterbebegleitung in Europa, zum unteren Mittelmaß“, so der Mediziner in seinem Brief an die Kanzlerin.

Der Grund, dass vielen Betroffenen nur noch den Weg vor das Sozialgericht bleibt, bezieht Thöns auf ein „skandalöses Verhalten der Krankenkassen“, die das Gesetz blockieren und die Rechte der Sterbenden missachten.

Den vollständigen Brief an die Bundeskanzlerin finden Sie HIER

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KEINE LEBENSVERLÄNGERUNG GEGEN DEN WILLEN DES PATIENTEN

Verfasst von palliativpflege am 7. April 2009

Vielbesuchter Vortrag von Prof. Hans Böhme zu rechtlichen Fragen bei der Mangelernährung

Auf der Altenpflegemesse 2009 in Nürnberg hielt der renommierte Rechtsexperte Prof. Hans Böhme am 26. März 2009 einen Vortrag zum Thema „Rechtliche Fragen der Mangelernährung – Der Spagat zwischen Selbstbestimmung und beruflicher Verantwortung“. Den Mitschnitt finden Sie als MP3-Datei hier kostenlos zum Anhören oder zum Herunterladen. Quelle: www.weka.de

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PFLEGERAT: BERUFSKAMMER FÜR PFLEGENDE ÜBERFÄLLIG

Verfasst von palliativpflege am 7. April 2009

07.04.2009 Berlin. In einem einstimmig gefassten Beschluss, der auf dem Fachkongress „Pflege 2009″ vor rund 1 000 Teilnehmern in Berlin verkündet wurde, fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) als Dachverband der Pflegeorganisationen „umgehend Gesetzesinitiativen in den Bundesländern zur Schaffung von Pflegekammern als Körperschaften des öffentlichen Rechts im Sinne der Selbstverwaltung“. Wesentliche Ziele einer solchen Kammer seien die Sicherstellung einer sachgerechten professionellen Pflege für die Bevölkerung und die Förderung und Überwachung der beruflichen Belange der eigenen Berufsgruppe. „Der Kongress in Berlin ist für uns der Auftakt zu einer Generaldebatte in Deutschland über die Schaffung von Pflegekammern“, sagte Ratspräsidentin Marie-Luise Müller. „Die Gesundheits- und Sozialpolitik in Deutschland ist geprägt vom Prinzip der Selbstverwaltung. Der Pflege wird dieses Recht bislang versagt.“

ERKLÄRUNG

„Die Mitglieder der Nationalen Konferenz zur Errichtung von Pflegekammern in Deutschland fordern die Regierungen der Bundesländer auf, die Qualität und Sicherheit der Pflege zum Wohle der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu sichern und aus diesem Grunde Kammern für Pflegeberufe durch den Erlass entsprechender Gesetze zu errichten.“ Link: www.pflegekammer.de

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QUALIFIZIERUNGSPROGRAMM: ETHIKBERATUNG IN DER ALTENPFLEGE

Verfasst von palliativpflege am 7. April 2009

Neues Qualifizierungsprogramm startet im September. Die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) mit Sitz im niedersächsischen Göttingen bietet ab September 2009 das neuartige Qualifizierungsprogramm „Ethikberatung in der Altenpflege“ an.
Das Programm soll den Teilnehmern Kenntnisse und Fähigkeiten für den Aufbau und die Durchführung ethischer Fallbesprechungen vermitteln. Ethische Fallbesprechungen sind in Einrichtungen der Altenpflege immer dann angeraten, wenn es zu Situationen kommt, in denen der Bewohner nicht mehr nach seinen Wertvorstellungen gefragt werden kann und die verschiedenen Akteure sich über das weitere Vorgehen verständigen müssen was zu unterschiedlichen Wahrnehmungen und Konflikten führen kann.
Der erste Kurs soll vom 9. bis 11. September 2009 in Hannover stattfinden.

weiterführende Links »

* http://www.aem-online.de

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AKTION „SCHMERZENS-WUNSCH“

Verfasst von palliativpflege am 7. April 2009

Die Initiative Schmerz messen hat die Aktion „Schmerzens-Wunsch“ ins Leben gerufen, um das öffentliche Interesse auf die Bedürfnisse von schmerzkranken Menschen zu lenken. Dieses Engagement sei wichtig, da nur etwa 20 Prozent aller Schmerzpatienten nach Angaben der Initiative Schmerz eine Therapie erhalten, die ihre Schmerzen ausreichend lindert. Und das, obwohl in den vergangenen Jahren nennenswerte Fortschritte auf dem Gebiet der Schmerztherapie erzielt wurden und effektive sowie sehr gut verträgliche Schmerzmittel zur Verfügung stehen.
Hinter der Aktion stehen die Deutsche Schmerzliga e.V. & die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie. Die Initiative will Schmerzpatienten, ihren Angehörigen sowie Ärzten und Pflegenden eine Stimme geben. Ziel ist es, Ihre Wünsche in Worte zu fassen, Ihren Leidensdruck zu dokumentieren und so auf Ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Für jeden eingeschickten Wunsch spendet ein bekanntes Pharma-Unternehmen einen Euro an die Deutsche Schmerzliga. Somit trägt jeder Wunsch dazu bei, dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern, ein Stück näher zu kommen.
Um das Thema Schmerz geht es auch in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Altenpflege. Lesen Sie dort, wie ein professionelles Schmerzmanagement aufgebaut sein sollte, welche Rolle der Expertenstandard Schmerz spielt – und vor allem, wie Sie den Schmerz der Pflegebedürftigen lindern können.

weiterführende Links »

* http://www.schmerzmessen.de
* http://wunsch@schmerzmessen.de

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