Palliativpflege aktuell

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Archiv für die Kategorie ‘Trauern und Erinnern’

Bundesweit einmaliges Projekt zur Trauerbewältigung nach Verlust eines ungeborenen Kindes

Verfasst von palliativpflege am 14. November 2009

„Der Verlust eines ungeborenen Kindes ist für die betroffenen Eltern oft ein traumatisches Erlebnis.“ Diese Erfahrung hat Prof. Dr. Anette Kersting als Ärztin und Psychotherapeutin in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster (UKM) bereits häufig gemacht. Aus diesem Grund entwickelte sie ein bundesweit einmaliges Projekt: Eltern, die während oder unmittelbar nach der Schwangerschaft ein Kind verloren haben, bietet Anette Kersting gemeinsam mit den Diplom-Psychologinnen Kristin Kroker und Katja Baus eine Internettherapie, in der sie ihre Trauer verarbeiten können. Vor rund 18 Monaten startete das Onlineportal. Mittlerweile liegen im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluierung des Projekts erste Ergebnisse vor, die auf eine gute Wirksamkeit der Internettherapie schließen lassen.

Fragen zum Therapieangebot beantworten die Fachfrauen in Einzelchats im Rahmen einer offenen Sprechstunde, die jeden Dienstag von 10 Uhr bis 11 Uhr stattfindet. Weitere Informationen und Anmeldung zur Therapie erhalten Sie HIER.

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Zitat von Rainer Maria Rilke

Verfasst von palliativpflege am 22. Juli 2009

„Wenn Du an mich denkst, erinnere Dich an die Stunden, in welchen Du mich am liebsten hattest.“

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MENSCHEN TRAUERN UM IHREN ARBEITSPLATZ

Verfasst von palliativpflege am 16. März 2009

Bei einer durchschnittlichen Sterblichkeitsrate von 1 % der Bevölkerung pro Jahr sind mindestens 5 % Ihrer Kollegen und Mitarbeiter akut betroffene Angehörige ersten Grades; d.h. Kinder oder Eltern jüngst Verstorbener. Rechnet man Betroffene anderer Verlustsituationen hinzu und berücksichtigt man die Dauer von Trauerprozessen, ergeben sich durchschnittlich über 10% akut betroffener Kolleginnen und Kollegen.
Aber nicht nur der Tod eines geliebten Menschen lässt uns trauern. In Zeiten wie diesen, in denen Firmenübernahmen, Restrukturierung oder gleich Entlassung drohen, wächst die Angst vor Verlusten, ein Gefühl der Lähmung macht sich breit. Die Folgen sind: Sinnkrise – nicht selten Depression.
Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr. Die Banken und die Automobilindustrie werden massiv Stellen abbauen müssen. Machen wir uns nichts vor. Es wird in den nächsten Wochen Firmen geben, die im wahrsten Sinne des Wortes »sterben«. Die Verarbeitung von Verlusten geschieht in Trauerprozessen. Menschen trauern auch um ihren Arbeitsplatz, bzw. die Firma, in der sie vielleicht gerne gearbeitet haben. Die ihnen zur Heimat geworden war. Für die Generation unserer Großväter waren Tod und Trauer noch ein selbstverständlicher Teil des Lebens, die Erfahrungen aus der fast alltäglichen Trauerarbeit in Familien, Nachbarschaft und Gesellschaft waren für jeden nutzbar. Das ist heute anders. Tod und Trauer werden verdrängt, Traditionen und Institutionen sind auf dem Rückzug. Nicht wenige Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Verlust dieser Trauerkultur und der Zunahme von Stressfolgen wie Burnout-Syndrom und Depression.
Jede Veränderung bedeutet den Verlust dessen, was ist. Die Firma, der Arbeitsplatz, die Kollegen oder Vorgesetzten, ein Projekt, der Firmenname, die Unternehmenskultur… Ganz egal, auf welcher Ebene oder in welchem Kontext mich der Verlust des Status quo ereilt: Bevor ich mich auf das Neue einlasse, muss ich diesen Verlust verarbeiten.

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Wie trauert man „gesund“?

Verfasst von palliativpflege am 7. März 2009

Die Zeitschrift KURIER Online sprach in einem Interview mit Christine Pernlochner-Kügler, Praxis für Thanatologie & Trauerarbeit – wie man mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig wird.

Den Artikel finden Sie hier

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Der Museumskoffer „Vergissmeinnicht“

Verfasst von palliativpflege am 20. Oktober 2008

Der Museumskoffer „Vergissmeinnicht“–
ein neues Angebot des Museums für Sepulkralkultur

Beim Museumskoffer „Vergissmeinnicht“ handelt es sich um eine didaktische Einheit zum Thema für Kinder von 5 bis 12 Jahren, eine mobile Mitmachausstellung für Vorschul- und Grundschulkinder, die aber auch sehr gut im Konfirmandenunterricht eingesetzt werden kann. Die Kinder werden in spielerischer Weise an die Themen Sterben, Bestatten, Trauern und Gedenken herangeführt. Dadurch sollen Ängste abgebaut, Hilfen zur Krisenbewältigung angeboten und wichtige soziale Fähigkeiten erlernt werden, z. B. die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, oder die Fähigkeit, zu trauern.

Bilder, Arbeitsblätter, Objekte, Filme und Musikstücke eröffnen dabei den Einstieg in das Thema. Stethoskope, Federn und Taschenlampen beleuchten den Tod von der medizinischen Seite. Und weil durch spielerische Elemente Berührungsängste mit dem Thema leichter überwunden werden, kann mit Schminke, Sonnenbrille und schwarzem Damenhut mit Schleier eine Beerdigung als Rollenspiel nachgespielt werden.

Entwickelt wurde „Vergissmeinnicht“ vom Museum für Sepulkralkultur in enger Zusammenarbeit mit Kaleidoskop e.V. Mitmachprojekte Frankfurt.
Dank der finanziellen Unterstützung durch den Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau e.V., das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e. V., den Bundesinnungsverband des Deutschen Steinmetz, Stein- und Holzbildhauerhandwerks und den Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands e. V. konnte das Projekt realisiert werden.

Wie kann man mit dem Koffer arbeiten?
Der Museumskoffer ist gefüllt mit Objekten, Büchern, Filmen und Vorschlägen für den kreativen Umgang mit den Themen:

Sterben und Tod
Bestatten
Trauern
Erinnern

Die diversen Materialien sind in Schachteln verstaut und nach diesen Themen geordnet.

Mit dem Inhalt des Museumskoffers und den Anregungen im Handbuch können kleine und große Projekte umgesetzt werden, die sich mit den unterschiedlichen Facetten dieser schwierigen und ernsten Themen auseinandersetzen.

Die Vielzahl der Objekte und Arbeitsanleitungen im Museumskoffer „Vergissmeinnicht“ ermöglichen einen alters- und fächerübergreifenden Einsatz. Mehrere Arbeitsvorhaben können parallel durchgeführt werden, der Ablauf der Projektwoche ist frei gestaltbar. Erweiterungen der Aktionen durch eigene Ideen, Anregungen aus beiliegenden Büchern und Vorschläge der Kinder sind natürlich ohne weiteres möglich und auch sinnvoll.

Hintergrundwissen für die Pädagogen ist in einem Handbuch zum Teil in kurzer Form zusammengefasst (z. B. im Lexikon und in den Einstiegstexten).

Wann sollte man mit dem Koffer arbeiten?
Der Zeitpunkt für die Arbeit mit dem Museumskoffer „Vergissmeinnicht“ kann sehr unterschiedlich sein. Er hängt sehr davon ab, ob das Thema in der Klasse bzw. Kindergruppe akut ist, zum Beispiel durch einen Trauerfall in einer Familie, durch eine große Katastrophe oder den Tod einer bekannten öffentlichen Figur. Ausgangspunkt aller Bearbeitung wird dann das aktuelle Geschehen sein, der Themenkomplex „Tod und Trauer“ wird thematisch im Vordergrund stehen.

Wenn die allgemeinen Trauertage (Totensonntag, Allerseelen, Volkstrauertag) zum Anlass genommen werden, so können die Themenblöcke „Trauern“ und „Erinnern“ als Einstieg dienen.

Es wäre für die Kinder sicher günstig, wenn die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod zu einem Zeitpunkt stattfinden könnte, der nicht durch Vorgänge wie die oben geschilderten geprägt ist. So können sie unbelasteter ein tragfähiges inneres Fundament aufbauen, auf das in akuten Trauer- und Abschiedssituationen zurückgegriffen werden kann.

Falls eine Projektwoche ohne speziellen äußeren Anlass geplant ist, so kann es hilfreich sein, die Kinder zu bitten, Objekte/Fotos oder ein selbst gemaltes Bild mitzubringen, das für sie mit dem Thema Tod, Abschied, Trauern und Erinnern in Verbindung steht.

Die Sammlung der Kinder wird durch Objekte, Fotos und Bücher aus dem Museumskoffer ergänzt. In der Schachtel „Einstimmung und allgemeines Ambiente“ befinden sich hierfür einige Objekte, die zu Gesprächen und Assoziationen anregen, bzw. eine ruhige Stimmung unterstützen können.

Neben der Arbeit im Gruppenraum mit den Materialien des Museumskoffers gehören Besuche auf dem Friedhof, eine Führung in einem Bestattungs-Institut, der Besuch bei einem Steinmetz oder Friedhofsgärtner auf jeden Fall dazu. Für Kinder über 10 Jahren kann auch der Besuch eines Krematoriums in Erwägung gezogen werden.

Wie leiht man den Koffer aus?
Der Museumskoffer „Vergissmeinnicht“ kann für eine oder auch mehrere Wochen ausgeliehen werden. Freie Termine sind bei Herrn Gerold Eppler zu erfragen.

Für eine Ausleihzeit bis zu 2 Wochen wird bei Schulen, Kindergärten und kirchlichen Einrichtungen eine Gebühr von 50,– Euro erhoben,
für gewerbliche Ausleiher beträgt die Gebühr 100,– Euro.
Für jede weitere Woche werden 15,– Euro zusätzlich erhoben.
Die Versicherungsgebühr beträgt pro Tag 0,52 Euro.

Bei einer Absage von weniger als einer Woche vor dem Leihtermin werden dem Leihnehmer 50 % der Leihgebühr als Schadensersatz in Rechnung gestellt.

Der Museumskoffer kann dann nach Absprache im Museum für Sepulkralkultur gegen Zahlung einer Kaution von 50,– Euro abgeholt werden. Er hat die Maße 44 x 57 x 105 cm (H x B x L), ist mit Tragegriffen und Rollen versehen und passt in jedes Auto mit umklappbarer Rückbank.

Kontakt und Anmeldung
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. (AFD)
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27 — 34117 Kassel
Telefon (0561) 91893-0
Telefax (0561) 91893-10
info@sepulkralmuseum.de

Ansprechpartner:
Gerold Eppler M.A.
Telefon (0561) 91893-23
Telefax (0561) 91893-10
eppler@sepulkralmuseum.de

Quelle: http://www.sepulkralmuseum.de

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